
Manche Aberglauben sind sogar recht liebenswert. Man denke nur an den Storch, der sich mit den Säuglingen abmüht. Manche sind sogar recht gnädig. Diese betreffen zum Beispiel die Volksweisheiten. Ein Beispiel ist das rücksichtslose Vertreiben der armen Lerche am Dreikönigstag. An diesem Tag muss sie angeblich paaren, und sei es, dass sie dabei erfriert. Es gibt jedoch Aberglauben, bei denen einem wirklich der Verstand stockt. Unsere Vorfahren haben mit einem interessanten Amphibium definitiv nicht gespart.

o Der Fleckmolch galt in ihrer Vorstellung als so kalt, dass in seiner Nähe sogar das Feuer erlischt.
Die größte Angst vor ihm hatten wohl die Obstbauern. Es genügte, dass der Molch auf einen Baum kletterte, und schon waren alle Früchte giftig. Würde jemand nicht auf die Warnung hören und etwas vom Baum essen, würde er mit Sicherheit an Schüttelfrost sterben. Im Haushalt genügte es, dass das gefürchtete Amphibium nur den Tisch berührte, auf dem Brot zubereitet wurde. Verständlicherweise war das Brot dann giftig. Und solcher Unsinn gab es eine ganze Reihe. Das hätte dem Molch vielleicht noch nicht so sehr geschadet. Aber die Überzeugung, dass man mit seiner Hilfe den Stein der Weisen gewinnen könne, hatte seine Reihen eine Zeit lang merklich dezimiert.
o Aus diesem Grund wurden
Molche – gebacken
– gekocht
– ausgelocht
– getrocknet
– zerstoßen.

Endlich haben sie ihre Ruhe
Zum Glück lassen die Menschen dieses schöne Tierchen nun in Ruhe und es kann ungestört in den wenig beeinträchtigten Laubwäldern leben. Es liebt Feuchtigkeit. Deshalb versteckt es sich meist unter Steinen, wo die Feuchtigkeit erhalten bleibt.
o Würden wir es an Land sehen, würde es auf uns etwas unbeholfen wirken.
– Beim Laufen sieht es ein wenig wie eine Ente aus.
o Sobald es jedoch ins Wasser gelangt, wird es zu einem perfekten und eleganten Schwimmer.
Seine Nahrung besteht aus Regenwürmern, Maden, Schnecken und Larven. Er lebt allein und sucht sich nur dann einen Partner, wenn die Natur ihm gebietet, eine neue Generation zur Welt zu bringen. Dieses schwarze Tier mit gelben (manchmal sogar orangefarbenen) Flecken wird man wohl nicht allzu oft zu Gesicht bekommen. Es ist sehr scheu und hält sich nicht in der Nähe von Menschen auf. Wahrscheinlich weiß es, warum.