Angler greifen auf erschwingliche Angelausrüstung von Temu zurück, um große Fänge zu machen



Fänge Eine Rekordzahl von Menschen beginnt, sich dem Freizeitangeln zu widmen. Für viele von ihnen ist der Preis der Ausrüstung dank der E-Commerce-Plattform Temu kein Hindernis mehr.

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Benedikt Hofacker musste seine Angelausflüge viele Jahre lang verkürzen, weil ihm die teuren Haken und Köder ausgingen, die er in kleinen Mengen in Fachgeschäften kaufte. In dieser Saison half ihm eine voll ausgestattete Angelbox von Temu dabei, einen 110 Zentimeter langen Hecht zu fangen – den größten Fisch, den er je gefangen hat.

Der 34-jährige Benedikt arbeitet als Schulsozialarbeiter im Bundesland Nordrhein-Westfalen und angelt dort seit 16 Jahren an den Seen. Seit er Temu entdeckt hat, ist diese E-Commerce-Plattform für ihn zur ersten Anlaufstelle geworden, wo er die benötigte Angelausrüstung zu einem Bruchteil des Preises kauft, den er früher ausgegeben hat.

„Dank Temu verbringe ich weniger Zeit mit Sorgen und mehr Zeit mit Angeln“, sagte er.

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Benedikt mit seinem wertvollen Fang. Foto: Benedikt Hofacker

Das Freizeitangeln wächst rasant. In den Vereinigten Staaten gingen im Jahr 2024 57,9 Millionen Menschen angeln, was laut der Organisation Recreational Boating and Fishing Foundation einen historischen Höchststand darstellt. Schätzungen der Branche zufolge gibt es weltweit etwa 300 Millionen Freizeitangler.

Als dieselbe Organisation die Teilnehmer jedoch fragte, was ihnen helfen würde, öfter zu angeln, lautete eine der häufigsten Antworten „einfacherer und leichterer Zugang zu Angelausrüstung“.

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Benedikts voll ausgestattete Köderbox von Temu. Foto: Benedikt Hofacker

Die finanzielle Hürde ist real. Spinner und andere Spinnköder gehören zur Standardausrüstung von Anglern, die auf Raubfische aus sind. Im Handel können sie 30 Euro oder mehr pro Stück kosten und gehen beim Drill mit dem Fang leicht verloren. Für Angler, die regelmäßig zum Angeln gehen, wird ihr Ersatz zu einer wiederkehrenden Ausgabe, die einschränkt, wie oft sie ans Wasser fahren können und welche Techniken sie sich leisten können.

Preis und Verfügbarkeit stellen echte Hindernisse dar

Für Brenden Roberts, einen 31-jährigen Fliegenfischer und Content-Ersteller aus Centurion in Südafrika, verstärken sich Preis und Verfügbarkeit gegenseitig. Spezialausrüstung für das Fliegenfischen ist im südafrikanischen Einzelhandel nicht weit verbreitet, und wo sie verfügbar ist, spiegeln die Preise den begrenzten Markt wider.

„Ich ging in die Läden, sah die Preise und hatte das Gefühl, dass ich mich zwischen dem, was ich liebe, und dem, mein Budget einzuhalten, entscheiden muss“, sagte er.

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Brenden Roberts testet eine neue Fliegenrute, die er auf Temu gekauft hat. Foto: Brenden Roberts

Nachdem ihm Freunde Temu empfohlen hatten, kaufte er auf der Plattform eine Rolle, eine Brusttasche, eine Fliegenbox, einen Kescher, einen Vorfachhalter, Schnurschneider und Haken für weniger als 2.000 ZAR (etwa 117 Dollar). Die Markenrolle allein aus einem Fachgeschäft hätte mehr gekostet als die gesamte Ausrüstung. Auf TikTok veröffentlichte er ein Unboxing-Video, das mehr als 33.000 Aufrufe erzielte.

„Die Qualität entsprach meinen Erwartungen und hat sie in einigen Fällen sogar übertroffen“, sagte er. „Das ist eine gute Möglichkeit für Anfänger, in diesen Sport einzusteigen.“

Eine Umfrage von News24 nach dem Start von Temu in Südafrika im Januar 2024 ergab, dass 81 % der Käufer die erschwinglichen Preise als Hauptanziehungspunkt der Plattform nannten und 46 % angaben, bei ihren Einkäufen mehr als die Hälfte ihres üblichen Budgets eingespart zu haben.

Temu wurde im Januar 2024 in Südafrika gestartet und ist mittlerweile in mehr als 90 Ländern in Europa, Amerika, Asien, dem Nahen Osten und Afrika vertreten. Die Plattform bietet mehr als 700 Produktkategorien an.

Soziale Netzwerke bringen neue Menschen zum Angeln

Früher lernten die Menschen das Angeln traditionell durch ihre Eltern kennen, doch soziale Netzwerke wie YouTube und TikTok bieten heute einen weiteren Zugang zu diesem Hobby und werden zu einem der wichtigsten Wachstumsmotoren für den Verkauf von Angelausrüstung.

Jonas Andersson, ein 50-jähriger IT-Architekt vom schwedischen Archipel Gustavsberg, erstellt Outdoor-Inhalte auf YouTube, TikTok und Instagram. Seine Leidenschaft für Camping und Angeln reicht bis in seine Zeit beim Militär zurück.

Er benötigt neue Ausrüstung für verschiedene Campingstile und testet für sein Publikum Zelte, Kocher und weitere Ausrüstung. Laut ihm verlangen schwedische Outdoor-Geschäfte fünf- bis zehnmal so viel, wie er bei Temu bezahlt. Ein Holzofen, den er über Temu für 900 Kronen gekauft hat, würde in einem Fachgeschäft etwa 2.500 Kronen kosten.

Vor Temu ging er ein- oder zweimal im Jahr campen. Jetzt macht er sich ein- oder zweimal im Monat auf den Weg.

Viele seiner Zuschauer entdecken Outdoor-Aktivitäten zum ersten Mal. Der Preis ist seiner Meinung nach das Erste, wonach sie in den Kommentaren fragen.

Auch die Lieferzeiten haben sich verkürzt, da viele Verkäufer auf Temu Bestellungen aus lokalen Lagern abwickeln. Das Programm für lokale Temu-Händler wurde Mitte 2024 in Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien gestartet und hat sich seitdem auf mehr als 30 Märkte ausgeweitet, darunter Schweden, das Vereinigte Königreich und die Vereinigten Arabischen Emirate.

Für Benedikt bedeutet die geringere finanzielle Hürde, dass er angeln gehen kann, wann er will, so lange bleiben kann, wie er will, und die Ausrüstung zur Hand hat, die er für alles benötigt, was ihm auf dem Wasser begegnet. Am Morgen des 1. Mai, dem ersten Tag der Hechtsaison, kam ihm das bei einem zwanzigminütigen Kampf mit einem über einen Meter langen Fisch zugute. Er hat gewonnen.